Archiv für die Kategorie „Krieg / Frieden“

Der Dank des Vaterlands

Entnommen aus Kritische-Massen, 31.07.2010 

Die deutsche Regierung schickt die Soldaten der Bundeswehr in alle Welt. Wo es irgend geht, wird versteckt, worum es geht – hinter “UN-Friedensmandaten”, “Aufbauhilfe”, “Konflikteindämmung”. In Wirklichkeit geht es darum, dass Deutschland wieder wird, was es war: Ein Land, das in der Lage ist, Kriege zu führen, und das das auch tut. – “Wir sind wieder wer!” 

Die Politiker fordern die Bevölkerung auf, den Soldaten moralischen Rückhalt zu geben. Auch dabei geht es nicht um die Soldaten. Es geht um den moralischen Rückhalt für deutsche Kriegspolitik, deutsches Großmachtstreben. 

“Wir sind wieder wer!” – Bloß, wer ist wir? Die Bevölkerung hat jedenfalls nichts davon, wenn sie die Kriegseinsätze moralisch unterstützt. Sie muss diese Einsätze bloß bezahlen. Und die Soldaten ? Es heißt immer, es werde alles getan, damit möglichst wenige umkommen. Von denen, die im Söldnereinsatz in fremden Ländern für die Interessen der Geschäftemacher und der Machtpolitiker zu Schaden kommen, kommen die meisten nicht auf der Stelle um, sondern werden verwundet, an Leib oder Seele, gewöhnlich an beidem. 

Was macht der Staat, der die Bürger auffordert, solidarisch mit den Soldaten zu sein, selber  mit solchen Verwundeten? 

Zum Beispiel das ( Besonders wichtig zu lesen für junge Leute, die sich überlegen, “Karriere beim Bund” zu machen.): 

Frankfurter Allgemeine FAZ.NET  

 http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~
EEDDFFC6598104478B941601C5901E83E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Falls der Artikel nicht mehr bereitgestellt wird, ist hier noch eine PDF-Kopie.

91.000 geheime Dokumente

Von Gert Flegelskamp,  Erstelldatum: 28.07.2010

Ein Aufreger der letzten Woche war die Veröffentlichung von ca. 91.000 geheimen Dokumenten über den Krieg in Afghanistan. Nicht wirklich geheim, sondern schon lange bekannt, wiegelt die Presse und die Politik ab. Dass das schon lange bekannt ist, glaube ich auch, stelle mir allerdings die Frage, wem das alles schon lange bekannt ist. Der Bevölkerung sicherlich nicht, denn in der Presse wurde der Tod von Zivilisten immer als einzelnes Ereignis und als Unfall dargestellt. Von einer Sondereinheit 373 im deutschen Umfeld der ISAF wurde nie berichtet. Sicher, in kritischen Berichten im Internet, wurde so mancherlei gemutmaßt, dann jedoch von einem Großteil der von der Presse informierten Bevölkerung als Verschwörungstheorie abgetan. Aber nun wird deutlich, dass die Verschwörungstheorien wohl doch nicht bloß Theorien waren, sondern nur die Spitze des Eisbergs tatsächlicher Verbrechen. Bereits 2004 habe ich über ein Massaker an Taliban berichtet, welches von der UN angeblich untersucht werden sollte. Man hat nie mehr etwas davon gehört. So geht das meistens, wenn staatliche oder internationale Organisationen Aufklärung versprechen. Einzige Informationsbasis ist da das Internet und die Menge der Informationen nimmt zu.

Ein Interview der ARD mit dem Politikwissenschaftler Markus Kaim von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) haut in die gleiche Kerbe – Das wissen wir schon alles -. Kaim verrät allerdings nicht, wer “WIR” denn eigentlich ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

NICHT IN MEINEM NAMEN!

Hier als pdf-Datei: NICHT IN MEINEM NAMEN!  25. Juli 2010

 

Christian Arndt, Pastor i. R. Hamburg  25.07.10

NICHT IN MEINEM NAMEN!

OFFENER BRIEF

AN DIE KIRCHENLEITUNG UND SYNODE,  AN CHRISTINNEN UND CHRISTEN DER NORDELBISCHEN KIRCHE

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

„der Einsatz militärischer Gewalt (ist) in Afghanistan weiterhin ethisch legitim“!

So äußerte sich der höchste theologische Repräsentant der Nordelbischen Kirche (NEK), Bischof Gerhard Ulrich am 3. Mai 2010 auf dem „Forum Nordelbien“. In Afghanistan wurde bzw. wird mit der militärischer Gewalt der US- und NATO-Besatzer das Völkerrecht gebrochen, Kriegsverbrechen und schwerste Menschenrechtsverletzungen begangen. Herr Bischof Ulrich sanktioniert als „Christ und Bürger“ diese Gewalt, nur so kann ich seinen Beitrag verstehen. Die afghanischen Opfer werden kommen überhaupt nicht vor – auch nicht das Bundeswehrmassaker an Zivilisten am 4. September 2009 bei Kundus.

Trotz aller, von den öffentlich-rechtlichen und den Konzernmedien fast kritiklos verbreiteten Kriegspropaganda spricht eine Zweidrittel-Mehrheit der Bevölkerung sich weiterhin gegen diesen Krieg aus. Vielleicht ist im kollektiven Gedächtnis noch präsent, was im Urteil des Nürnberger Kriegsverbrecherprozess festgehalten wurde:

“Die Entfesselung eines Angriffskriegs ist das größte internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, dass es in sich alle Schrecken vereinigt und anhäuft.”

Dieses Urteil war im Gründungsprozess der UNO die wichtigste Grundlage für die UN-Charta, die jeglichen Angriffskrieg ausnahmslos verbietet. Bundesregierung, die den Krieg befürwortenden Parteien im Bundestag, die Bundeswehrführung und die Militärseelsorge beklagen diese Ablehnung seit Jahren und fordern vom Volk mehr Unterstützung, Rückhalt und Verständnis für den Krieg. Vor diesem Hintergrund kann ich den Beitrag von Bischof Ulrich auch als unmissverständliches Signal verstehen: Seht her, die kirchliche „Heimatfront“ steht! Das Kirchenvolk, dessen Repräsentant er ist, wird erst gar nicht gefragt. Diskutiert wird nicht! Schon gar nicht öffentlich! In einem demokratischen Meinungsbildungsprozess könnten sich Stimmen einmischen, die den Frieden zwischen Kirche und Staat stören könnten. Mit Sicherheit!

Den Pazifisten (was ist ein prinzipieller P.?) und den Kriegsdienstverweigerern unter ihnen Diesen Beitrag weiterlesen »

Bernd Knobloch – Beispiel für Rothschild’s willige Vollstrecker

Entnommen aus  lupocattivoblog.wordpress.com, von lupo cattivo am 30/05/2010

Geschrieben von lupo cattivo am 30/05/2010

UPDATE: wie man dem SPEI-GEL entnehmen kann, werden gerade wieder 10.000.000.000 € zur Zahlung an diesen einzelnen Finanzvollstrecker fällig, zahlbar durch deutsche Bürge(r)n

Wie sich mancher Leser erinnern wird, habe ich vor einiger Zeit den provokanten Artikel „wem gehört die Welt -  Rothschild “ veröffentlicht und manchem mag das übertrieben oder unvorstellbar erschienen sein.

Im folgenden befassen wir uns mal mit nur einem einzelnen von Rothschilds Finanz-Soldaten, mit deren Hilfe das Vermögen aller versklavten Völker in die Taschen des Weltherrschers und seiner „Cooperative“ geleitet wurde. Von diesen Finanzsoldaten gibt es jedoch -zigtausende und dies seit 200 Jahren.Am Beispiel von Herrn Knobloch, Sohn der Vorsitzenden des als  „Zentralrat der Juden“ firmierenden zionistischen Aufsichtsgremiums über Deutschland mag jeder sich die Größenordnungen des gesamten Finanztransfers in die Taschen der Weltherrscher hochrechnen.

22.4.2010 ergänzt um zwei Links: HRE, wo die Räuber in der Bank sassen und  Knobloch und Immobilien

26.4.2010 ergänzt um Link gedankenfrei:

27.4.2010. (Nein , so ein Zufall !)….in Deutschland haben nach jetzigem Kenntnisstand ausgerechnet die Banken viele Griechenland-Papiere in ihren Büchern, die dem Staat ganz oder teilweise gehören: Die Hypo Real Estate (HRE) und die Commerzbank…… Sprich: Die Verluste aus den Griechenland-Geschäften würden sozialisiert, so oder so. Bei der HRE würden, je nach Wertberichtigungsbedarf, womöglich sogar neue Hilfen in Milliardenhöhe fällig.
Die DEUTSCHE (Rothschild) BANK hingegen hat nach eigenen Aussagen mit Griechenland wenig zu tun. Nicht weiter verwunderlich, wenn man berücksichtigt, dass Griechenland von GOLDMAN-(Rothschild)-SACHS dahin gesteuert wurde, wo man es haben wollte…..

Beginnen wir mal mit einem Artikel des Kollegen moltaweto vom Februar 2009

Hypo Real Estate – Nur eine weitere Verschwörungstheorie oder ein Funke der Erleuchtung?

Wieder mal erreichte mich auf Umwegen eine Mail, die sich „sehr alternativ“ mit einem der heißen Themen unserer Zeit befasst. In Kurzform: groß angelegter Bankenbetrug an den deutschen Steuerzahlern – heute und in den kommenden 30 Jahren – unter aktiver Beihilfe der Führungspersönlichkeiten der politischen Klasse und nach dem Drehbuch bestens bekannter aber selten beim Namen genannter Kreise? Die Argumentationslinie ist nicht geschlossen, aber auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen.

Leider waren der Weiterleitung nicht alle Quellenangaben beigefügt, die der Verfasser der Nachricht / These offenbar angegeben hatte, aber auch so ist die Geschichte interessant und ..auch schlüssig genug, um sich eine grundlegende Meinung darüber zu bilden. – Insbesondere vor dem besonders brisanten Hintergrund, dass der Name Knobloch darin (mehrfach) vorkommt und zumindest eine Information zum männlichen Nachkommen geliefert wird, die mir bislang noch nicht „aufgefallen“ war. Sollte sie zutreffen und eine mögliche Verbindung der Familie und des Zentralrats der Juden in Deutschland mit der „Krise“ der HRE nachzuweisen sein, würde eine völlig neue und gleichzeitig altbekannte Ressentiments wiederbelebende Perspektive entstehen.

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“Einer kam heim aus Afghanistan”

 Entnommen aus Informationsstelle Militarisierung (IMI) e. V., IMI-Standpunkt 2010/024, Datum: 1.7.2010

Das Trauerspiel des Horst Köhlers und die Privatisierung deutscher Kriege

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Artikel, der zuerst in veränderter Form in der Zeitschrift Publik-Forum Nr. 12/2010 erschienen ist.

Bei seinem Besuch im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Colbitz-Letzlinger Heide hatte sich Horst Köhler im Sommer 2009 in der Theorie über Ausbildung und Ausrüstung kundig gemacht. Dies wollte er dann, mit einem Überraschungsbesuch im Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Sharif, sozusagen „bei geeigneter Gelegenheit dann auch in der Praxis erkunden“. Getreu seiner damals getroffenen Aussage – „Wir alle, vor allem in der Politik, haben die Aufgabe, den Einsatz in Afghanistan zu erklären“ – endete sein Auslandstruppenbesuch ein paar Tage später mit seinem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten. Das tragische Moment des Horst Köhlers war weniger sein gescheiterter Versuch, die Soldaten vor Ort zu motivieren und das in den letzten Jahren so stark in Verruf geratene Handwerk des Tötens in der deutschen Öffentlichkeit mit Respekt zu beehren. Vielmehr war es seine auf dem Rückflug getroffene Äußerung, die immer wieder mit Staatsräson begründeten Ziele der Bundesregierung mit ökonomischem Kalkül und wirtschaftlichem Profit in Verbindung zu bringen. So ließ Köhler verlautbaren, „dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere [wirtschaftlichen] Interessen zu wahren“. Auch wenn Köhler inhaltlich nur das zur Sprache brachte was im Weißbuch der Bundeswehr schon seit 2006 festgeschrieben steht, so brachte ihn diese Aussage ins Kreuzfeuer der Kritik.

Was sind ökonomische Interessen?

Tatsächlich dürften Diesen Beitrag weiterlesen »

Eine jüdische Tanzgruppe, der Zentralrat und der Antisemitismus

Entnommen aus Schmok, 27. Juni 2010

Während eines multikulturellen Stadtteilfestes am letzten Wochenende in Hannover-Sahlkamp beleidigten einige Kinder und Jugendliche die Mitglieder einer jüdischen Tanzgruppe in antisemitischer Weise und bewarfen sie mit Kieselsteinen. Eines der Mitglieder soll dabei leicht verletzt worden sein. Die Presse überschlug sich sofort darin, “muslimische” und vor allem “arabische” Jugendliche für diesen Vorfall zur Rechenschaft zu ziehen.1 Abgesehen davon, dass es eine Menge christlicher Palästinenser und Libanesen gibt und diese Kinder und Jugendliche vielleicht nicht einmal religiös sind, vermisst man in dieser sich allseits überschlagenden Anklage gegen den Islam vor allem eines: Eine Erklärung, warum es zu einem solchen antisemitischen Ausbruch kam. Die will ich auch nicht in Gänze liefern. Aber ein Konflikt ist selten einseitig. Und in diesem Fall macht es sich die Presse zu leicht, wenn sie guten Gewissens den althergebrachten klassischen Antisemitismus des Westens auf diese rassistische Tat anwendet. Denn sie vergisst dabei eines: In Nahost herrscht seit Jahrzehnten Krieg. Und sowohl Krieg als auch Rassismus sowie die unkritische Unterstützung beider fördert – was für eine Überraschung – rassistische Feindbilder.

Ein Blick auf den Zentralrat

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel. Stephen Kramer machte seinem schon ziemlich angeschlagenem Ruf ganze Ehre. Auf der Berliner Kundgebung am 13.6.2010 zur Verteidigung der Verbrechen der israelischen Armee und ihrer sie befehligenden Regierung während des Channuka-Massakers 2008/2009 und des erst kürzlich zurückliegenden Blutbades auf der sog. Freedom Flotilla, nutzte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland die Gunst der Stunde, um gegen Dialog und Frieden aufzustehen.2 Anders, so leid es mir tut, Diesen Beitrag weiterlesen »

Krieg gegen das Völkerrecht

Entnommen aus Ossietzky, Ausgabe 13/2010

Jürgen Rose

Der Krieg in Afghanistan, der nunmehr fast doppelt so lange dauert wie der Zweite Weltkrieg, wurde mit der Lüge begonnen, daß es sich um einen Abwehrkampf handele, der nach den verbrecherischen Anschlägen des 11. September 2001 gegen einen menschenverachtenden Terrorismus geführt werden müsse – als völkerrechtlich erlaubte Notwehr und Selbstverteidigung. Doch auf den noch qualmenden Trümmern des World Trade Center hatte US-Präsident George W. Bush zum »Kreuzzug gegen den Terrorismus« aufgerufen, von »jagen« und »ausräuchern« gesprochen, Rache und Vergeltung geschworen, in Wildwest-Manier die Auslieferung des Hauptverdächtigen Osama bin Ladin »dead or alive« gefordert. All dies hatte mit Völkerrecht nicht das Geringste zu tun und wirft daher gerade für Deutschland und seine Bundeswehr die Frage nach der grundsätzlichen Verfassungsmäßigkeit dieses Militäreinsatzes auf.

Mehr noch: Der im Oktober nach kürzester Vorlaufzeit begonnene Einmarsch in Afghanistan war seit Jahren von der US-Regierung geplant Diesen Beitrag weiterlesen »

Mach meinen Kumpel nicht an!

Entnommen aus Mein Parteibuch Blog, 27. Juni 2010

Wer noch nicht mitbekommen hat, dass die Weltmacht USA von religiösen Endzeit-Fanatikern und von der Israel-Lobby sehr verbundenen evangelikalen Rechtsextremisten beherrscht wird, für den gibt es heute ausgerechnet von Richard C. Schneider bei der Tagesschau eine aufschlussreiche Lektion über 100 Millionen evangelikale Christen in den USA zu sehen. Ausnahmsweise soll Richard C. Schneider hier mal gelobt werden: wie der rechtsradikale Prediger Groß-Israel einerseits als Gottes Wille bezeichnet und andererseits zu Bildern von fast in Trance umherlaufenden Evangelikalen fehlende Rationalität bei den Kritikern der zionistischen Verbrecherbande beklagt, das hat schon was von feinem schwarzen Humor.

Da die türkische Regierung so unverschämt ist, Diesen Beitrag weiterlesen »

Wer stoppt den israelischen Terrorismus?

Entnommen aus ISM Germany, 17 Juni 2010

Es gibt nicht wenige Adjektive, die von der internationalen Presse benutzt werden, um den Angriff der israelischen Streitkräfte auf die “Freedom Flottille” zu beschreiben. Abgesehen von einigen hartnäckigen Medien, die weiterhin die Opfer für schuldig und die offizielle Version des israelischen Staates für richtig halten, wird diese Schandtat von der Weltöffentlichkeit jedoch heftig verurteilt. Eine andere Sache sind die internationalen Institutionen, die sich unter dem Schutz einer neutralen Sprache die Hände rein waschen und Angst haben, Israel als praktizierender Staatsterrorist zu klassifizieren.

Israel überschreitet seit Jahrzehnten jegliche Grenzen und die Menschenrechte sowohl in seinem Hoheitsgebiet als auch in Gaza und im Westjordanland und hat mit dem Piratenangriff in internationalen Gewässern eine neue Front eröffnet. Dieses Mal kann die Gewalt nicht mittels Verweis auf die palästinensisch-islamistischen Radikalen von Al Qaida gerechtfertigt werden. Die Toten und Verletzten sind Bürger der Türkei und anderer Staaten.

Es gibt keine Ausreden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gaza: Der böse, böse Nachbar

Entnommen aus der Webseite „Hintergrund” vom Verlag Selbrund GmbH

Von ROLF VERLEGER, 5. Januar 2009 -

Was würden Sie tun – so schrieb am 31.12. die israelische Geschichtswissenschaftlerin Prof. Fania Oz-Salzberger in der FAZ – wenn Ihr Nachbar immerzu Steine und Molotowcocktails auf Ihre Wohnung wirft? Würden Sie nicht irgendwann zum Gewehr greifen, um diesem Treiben ein Ende zu machen? Und wenn sich der Nachbar mit seinen Kindern umgibt, damit Sie ihn nicht treffen, würden Sie dann nicht irgendwann ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen?

Just so wie dieser Nachbar verhalte sich die Hamas in Gaza, wenn sie israelische Städte mit ihren Sprengstoffraketen beschieße. Daher sei der jetzige Krieg Israels gegen Gaza ein gerechter Krieg.

Ich bin Frau Oz-Salzberger für dieses Beispiel mit dem Nachbarn sehr dankbar. Denn daran kann man vieles anschaulich klarmachen. Nennen wir der Einfachheit halber Sie und Ihre vom bösen Nachbarn so gemein terrorisierte Familie die Hausbesitzer und betrachten nun die merkwürdigen Verhältnisse im Wohnblock. Die Nachbarswohnung ist Gaza.

1 ) Sie haben vor drei Jahren dem Nachbarn die Schlüssel abgenommen

Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer darf die Nachbarsfamilie nicht aus ihrer Wohnung heraus, weder zum Arbeiten noch zum Studieren noch zum Verreisen noch zum Einkaufen. Ohne Ihre Zustimmung als Hausbesitzer bekommt der Nachbar keine Post, nichts zu essen, keinen Strom, kein Gas und keinen Besuch: Die Wohnung ist abgeschlossen, Sie als Hausbesitzer haben den Schlüssel, und der böse, böse Nachbar ist eingeschlossen. Und zwar seit 2006, seit fast drei Jahren.

Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

Der Fehler des bösen, bösen Nachbarn und seiner Freunde im anderen Wohnblock: Diese Leute haben die falsche Partei gewählt.

Dabei waren Sie doch so nett zu dem Nachbarn gewesen, dass Sie vor vier Jahren, 2005, freiwillig von seinem Balkon mit Seeblick ausgezogen waren, den Sie ihm mal früher abgenommen hatten. Allerdings eines Blickes oder Wortes gewürdigt hatten Sie diesen Typen bei Ihrem Auszug natürlich auch nicht. Und die Balkonmöbel haben Sie demoliert. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir mit unseren Nachbarn reden würden?

Da bekam der böse, böse Nachbar eine Wut.

2 ) Sie haben vor zwei Jahren dem Nachbarn eine Schlägergang geschickt

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