„Was muss ein Bürgermeister können und was sollte er in seinem persönlichen Profil mitbringen?“

Dazu habe ich ein paar für mich wichtige Aspekte aufgelistet.

Der Bürger will ernstgenommen werden und will auch das Gefühl haben, dass sein Anliegen nachhaltig bearbeitet wird. Das muss und wird nicht immer im Sinne des Bürgers ausgehen. Aber der Mitbürger hat Anspruch darauf zu verstehen, warum und wieso.

Schreckensszenarien zu verbreiten ist schlechter Stil, verunsichert die Menschen und es kann sich kaum Vertrauen aufbauen. Der Bürger erwartet, dass solche Szenarien erst gar nicht entstehen weil die Verwaltung, die Gemeindevertreter und der Bürgermeister alle Herausforderungen im Griff haben.

Deshalb sollte der Bürgermeister authentisch, ehrlich, geradlinig und stark in der Persönlichkeit sein.

Mit Sachgesprächen soll der Bürgermeister, bei Fachbehörden des Landes oder des Kreises vorstellig werden oder telefonieren, um die Belange der Gemeinde zu vertreten, um z. B. Zuschüsse zu bekommen und um Unterstützung für Projekte zu werben.

Dazu ist ein wacher Verstand, Charisma, geschulte Gesprächsführung und die Fähigkeit, sich in Sachverhalte schnell und fundiert einzulesen von Vorteil.

Hilfreich sind dabei auch eine gute Ausbildung und der Erfahrungsschatz des täglichen Berufslebens.

Ein Teil seiner Zeit verbringt der Bürgermeister mit Gesprächen im Parteiverkehr, bei Terminen oder und mit Bürgern. Dazu gehören Autorität, Seriosität und Überzeugungskraft. Zum Wohle der Gemeinde, nicht zum Wohl des Einzelnen.

Ein Bürgermeister sollte auch eine gute Moderatorenfähigkeit zum Leiten von Arbeitsgruppen, Sitzungen und Besprechungen besitzen. Oft müssen komplexe Sachverhalte abgewogen, schwierige Gesprächsteilnehmer z.B. bei Bauprojekten zu konstruktiver Mitarbeit motiviert, sowie unterschiedliche Meinungen zu einem Ergebnis geführt werden. Oft sind es aber auch reine Routinebesprechungen mit Mitarbeitern. Dazu gehören Dienstbesprechungen mit der Verwaltung, Besprechungen im Bauhof und bei Außeneinsätzen im gesamten Gemeindebereich, Sitzungen der Gemeindevertretung, der Ausschüsse, Haushaltsberatungen und die Sitzungen der Verwaltungsgemeinschaft.

Gewisse Grundfähigkeiten wie sachliche Ruhe, Belastbarkeit, Geduld und eine starke Persönlichkeit insbesondere im Umgang mit Menschen sollte ein Bürgermeister schon haben. Dies sind Fähigkeiten die man in seinem Berufsleben erlernen und ausprägen kann.

Als Manager der Gemeinde führt er die Mitarbeiter der Gemeinde. Dazu gehören persönliche Gespräche, Organisation von Abläufen und das Lösen von verwaltungstechnischen Problemen, beispielsweise bei Gebührenbescheiden oder Abrechnungen. Eine „gut funktionierende“ Gemeindearbeit besteht in erster Linie aus Menschen, die man leiten und motivieren sollte. Das Führen von Mitarbeitern muss erlernt und geschult sein und erfordert Fingerspitzengefühl, Erfahrung, aber auch Selbstdisziplin und Fairness. Erfahrungen im Beruf in der Führung von Personal sind ein wesentliches Kriterium für dieses hohe Amt.

Kritikfähigkeit und Standhaftigkeit sollten keine Phrasen sein, denn ein Bürgermeister muss belastbar sein, weil es auch Beschwerden von unzufriedenen Bürgern geben wird. Diese Situationen sollte man gewohnt sein, damit man souverän damit umgehen kann und vor allem, dass dies nicht zur Belastung des Privatlebens führt. Es gibt wohl nur wenige Berufsgruppen die ähnlich im öffentlichen Fokus stehen und einem enormen Leistungsanspruch ausgesetzt sind.

Mit Belastungen gut umgehen zu können und trotzdem Bürgernähe zu verinnerlichen, das sollte in der „Amtsstube“ des Bürgermeisters täglich gelebt werden.

Gute Rhetorik bei Ansprachen, Begrüßungsreden oder Grußworte hilft dem Bürgermeister einer kleinen Kommune dabei, sich gut darzustellen, aber dies ist definitiv nicht das ausschlaggebende Merkmal und qualifiziert einen Bürgermeister nicht automatisch dazu ein guter Bürgermeister zu sein.

Und zum Schluss: Betriebsblindheit wurde zum Glück noch nie als Fähigkeit gesehen!

20% meiner Finger sind Daumen wer Groß/Kleinschreibfehler oder Kommafehler findet darf sie behalten.